Von Italien zur Karibik und in eine Traumwelt

Montag, 12. Juli 2004  |  Quelle: Waltroper Zeitung (Waltrop)

Mit den richtigen Schiffen auf Kanalfahrt, oder mit dem Programm auf eine internationale Phantasiefahrt: Die "Extraschicht" am Alten Schiffshebewerk hielt für die Besucher gleich mehrere Fahrpläne bereit.

Als Spielort der "Langen Nacht der Industriekultur" von Samstag auf Sonntag war das Musuem in diesem Jahr zwar keine Drehscheibe des Geschehens, das Programm war allerdings nicht weniger interessant als im Vorjahr. Eine Flotte von acht Schiffen – vom Dampfer "Cerberus" bis zur Flussfähre "Reservist" – stand für die beliebten Kanalrundfahrten zur Verfügung. In diesem Jahr klappte das sogar ohne lange Wartezeiten, fiel der Besuch doch deutlich geringer aus. Neben Info- und Aktionsständen oder Führungen hatte die lange Nacht vor allem Musik zu bieten.

Bodenständigen Ruhrpotthumor präsentierte etwa der Chor "Hömma", geleitet vom Geierabend-Moderator Martin F. Risse. "Ich bin dich immer voll am lieben", klang es da aus 20 Kehlen, die mal hier, mal dort auftauchten. Ebenso unberechenbar: Die vier Blasmusiker von "Mabo". Die italienische Kleinband unterhielt als laufendes Orchester auf den Wegen und zwischen den Ständen des Kunstmarktes. Den musikalischen Staffelstab übernahm dann die Steeldrum-Marching-Band "BängBäng", die karibische Rhythmen fernwehend über das Kanalwasser schmachtete.

In eine Traumwelt entführte das "Forum InterArt" aus Dortmund zum Finale um Mitternacht: Die Trapez-Artisten Beatrix Thomas und Stefan Schicklgruber schwebten in der 16-minütigen Lichtperformance, untermalt von klassischen Klängen, durch das Stahlgeflecht des Hebewerkes. Gut 500 Zuschauer scharten sich da um das Industriedenkmal. "Es war den ganzen Abend ein Kommen und Gehen, die Schiffe waren immer gut besetzt", zog Museumsleiter Herbert Niewerth eine zufriedene Bilanz. -kö